Studienkredite sind in Deutschland eine vergleichsweise neue Erscheinung. Mit der Einführung von Studiengebühren wird die Finanzierung des Studiums mit einem Kredit immer populärer. Studienkredite finanzieren das Studium ganz oder teilweise, für die komplette Studienzeit oder nur während der Abschlussphase.

Generell sind zwei Arten von Studienkrediten zu unterscheiden. Einerseits bietet die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) einen Studienkredit als öffentlich-rechtlicher Anbieter an. Andererseits haben die meisten Banken und Sparkassen mittlerweile Studienkredite in ihr Produktportfolio aufgenommen. Bei den Studienkrediten aller Anbieter wird die Kreditsumme nicht auf einen Schlag, sondern monatlich ausgezahlt. Die Rückzahlung erfolgt nach dem Studium, wobei meist eine Karenzzeit von ein bei zwei Jahren vorgesehen ist, in denen der Kredit nicht bedient werden muss.

Dennoch unterscheiden sich die Angebote der KfW und der Banken deutlich. So verlangt die KfW für den Kreditantrag keinerlei Sicherheiten und holt auch keine Bonitätsauskunft zum Beispiel bei der Schufa ein. Lediglich bei einem laufenden Insolvenzverfahren ist eine Kreditvergabe ausgeschlossen. Ein Vorteil des Studienkredit der KfW ist der geringe und vor allem festgeschriebene Zinssatz von derzeit 3,62 Prozent.

Banken hingegen verlangen die üblichen Sicherheiten und Bonitätsnachweise. Zudem garantieren sie keine festen Zinssätze, sodass bei Kreditabschluss nicht absehbar ist, wie hoch die Verschuldung am Ende des Studiums sein wird. Ein Vergleich der zahlreichen Angebote auf dem Markt lohnt sich also. Noch wichtiger ist die genaue Prüfung, ob ein Studienkredit unbedingt nötig ist. Denn mit einem Kredit können sich nach Ende des Studiums schnell bis zu 45.000 Euro Schulden anhäufen, die unabhängig von der beruflichen Situation zurückgezahlt werden müssen.